Die Zukunft der #Lesestunde
Ich habe vor Wochen einen Text darüber geschrieben, wie ich mir die Zukunft der Lesestunde vorstelle, und ich dachte ich hätte ihn auch veröffentlicht. Doch gerade wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass hier seit Monaten nichts mehr passiert ist. Ich weiß nicht, wo mein Text gelandet ist. (Vielleicht ist er hinter das Bücherregal gefallen?) Es tut mir leid, dass es so lange keine Neuigkeiten mehr gab.
Ich habe die Lesestunde zwar erfunden, doch sie ist nicht mein Projekt, sondern Eures. Als die Idee zur Lesestunde aus der Not heraus entstand, habe ich versucht sie so umzusetzen, dass sie auch ohne Verwaltung durch eine Person funktionieren kann. Ich habe einen Namen gewählt, der im Ohr bleibt und ihn dann über Twitter verbreitet, auf dass er sich durchsetzt und zu einer kleinen Marke wird. Das hat funktioniert, der Begriff Lesestunde ist mittlerweile tausenden Nutzern auf Twitter bekannt.
Wer etwas vorlesen möchte, setzt sein Angebot heute mit dem Hashtag #Lesestunde in die Timeline, und wer etwas vorgelesen haben möchte, kann unter demselben Hashtag etwas suchen. Man findet sich also unmittelbar auf Twitter, ohne Umwege über irgendeine Liste auf irgendeinem Blog. Das war von vornherein meine Absicht. Ich wollte nur die Marke schaffen und die ersten Meter der Aktion asphaltieren, doch dann sollte das Projekt denen überlassen werden, die mitmachen.
Ich halte nicht viel von Versuchen, Twitter über Websites zu moderieren, dafür läuft bei Twitter alles einfach zu schnell. Twitter läuft in Echtzeit ab, man schreibt, drückt auf ‘Senden’ und es erscheint im permanenten Fluss der Timeline. Blogs und Websites hingegen sind träge, sie brauchen länger, um Informationen zu verbreiten. Eine Echtzeit-Aktion über ein Blog zu verwalten macht daher in meinen Augen keinen Sinn. Die Lesestunde entstand spontan und meiner Ansicht nach funktioniert sie auch nur so. Viele Leute haben spontan Lust, etwas vorzulesen oder suchen spontan jemanden, der ihnen vorliest. Das funktioniert dezentralisiert auf Twitter besser als mit einem Umweg über dieses Blog. Wenn eine Person alle Angebote erst bei Twitter herausfischt und dann, je nach Zeit, woanders veröffentlicht, dauert das zu lange.
Die einzige Verwaltung für die Lesestunde ist der Hashtag in der Timeline auf Twitter. Ihr bietet unter dem Hashtag an, Ihr sucht unter dem Hashtag und Ihr findet Euch unter dem Hashtag. Ihr braucht mich nicht, und Ihr braucht dazu dieses Blog nicht. Nicht mehr. Die Lesestunde gehört Euch. Lesestunde ist, wann immer Ihr es wollt.
Literatur ist nur lebendig, wenn jemand sie liest, und sie gehört nur jenen, die sie mit Leben füllen. Also füllt die Seiten mit Leben und lest und teilt es, es gibt Welten zu entdecken!
Danke an alle, die mitgemacht haben. Und Danke an alle, die mitmachen werden. Nur eine Bitte: Habt Spaß!
- Roman Held.
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